Volkssternwarte Laupheim e.V.
Planetarium Laupheim
Pressemitteilung
Beobachtungsabende der Sternwarte
Ein martialischer Held am Himmel
LAUPHEIM (tf) - Der Orion ist nicht nur das markanteste und eindrucksvollste Sternbild am winterlichen Firmament, es erzählt auch manches über die Entwicklung der Sterne. Im Januar kann man die Sternkonstellation bei den öffentlichen Beobachtungsabenden der Laupheimer Sternwarte ins Visier nehmen und dabei einen Stern sehen, den es vielleicht bald nicht mehr gibt.
Majestätisch erhebt sich der Orion über dem südlichen Horizont. Leicht kann man eine menschliche Gestalt in der Sternkonstellation erkennen: eine Dreierformation stellt Schultern und Kopf dar, zwei helle Sterne bilden die Füße und dazwischen markiert eine auffällige Sternreihe aus drei Sonnen den "Gürtel". So friedlich das Sternbild für uns am winterlichen Firmament zu leuchten scheint, unsere Vorfahren sahen darin eine martialische Gestalt. Der keulenschwingende Jäger Orion, der sich gegen den angreifenden Stier - das benachbarte Sternbild - zur Wehr setzt, wird in alten Sternkarten phantasievoll in Szene gesetzt. Diese Figur stammt aus der griechischen Sagenwelt. Das Sternbild wird aber auch in Verbindung mit Gilgamesch gebracht, einem sumerischen König und gleichzeitig dem Sagenheld einer der ältesten Legenden der Menschheit. Für Sternfreunde bietet der Orion einige interessante Objekte. Man kann hier zum Beispiel leicht die unterschiedlichen Farben der Sterne vergleichen: der linke Schulterstern des Orion leuchtet rötlich, während der rechte Fußstern in bläulichem Licht erscheint. Für die Astronomen bergen diese unterschiedlichen Färbungen wichtige Hinweise auf die Beschaffenheit der Sterne. So haben die roten Sterne eine "kühle" Oberfläche von etwa 3300 Grad, während die blau leuchtenden Sonnen bis zu 25 000 Grad heiß sein können. Da sich die Lichtfarbe im Laufe eines "Sternenlebens" verändert, lassen sich auch Rückschlüsse auf das jeweilige Entwicklungsstadium ziehen. So vermuten die Wissenschaftler, dass "Beteigeuze", der rötliche Schulterstern im Orion, am Ende seines Sternenlebens steht und bald in einer riesigen Explosion vergehen könnte. Der Stern ist ein wahrer Riese mit dem 500fachen Durchmesser unserer Sonne. Doch auch die Geburt neuer Sterne kann im Orion beobachtet werden. Der sogenannte Orionnebel, den die Astronomen M42 nennen, ist ein regelrechtes Sternentstehungsnest. Die jungen Sterne sind auch dafür verantwortlich, dass man diese filigrane Gaswolke überhaupt sehen kann: sie ionisieren mit ihrer Strahlung das umliegende Gas und regen es so zum Leuchten an. Obwohl man dieses Licht schon mit bloßem Auge oder einem Feldstecher einfangen kann, kommt das leuchtende Gas erst in einem Fernrohr richtig zur Geltung.
INFO: Die öffentlichen Beobachtungsabende der Laupheimer Sternwarte sind bei klarem Himmel mittwochs und freitags ab 20 Uhr. Die Sternwarte befindet sich beim Planetarium im Parkweg 44. Nähere Informationen lassen sich im Internet unter "www.planetarium-laupheim.de" abrufen.
Thomas Freidank (tf)
Bild 1
Eine Geburtsstätte für neue Sterne: der Orionnebel.
Foto: Tuchan/Lang, Planetarium Laupheim1
Bild 2
Der Orion auf einer Sternkarte von Johannes Hevelius aus dem Jahr 1690.
Repro: Planetarium Laupheim2
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Autor: Thomas Freidank (tf)
Ihr Partner: T. Freidank
Datum: 06.01.2004
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