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Erste 3D-Planetariumsshow Deutschlands

10.01.2007

Mars in 3D

LAUPHEIM (tf) – Ab 21. Januar kann man im Laupheimer Planetarium „Mars in 3D“ besuchen, die deutschlandweit erste Planetariumsshow mit farbgetreuer Stereoprojektion. Laupheim ist damit nach Kopenhagen und zeitgleich mit Paris unter den ersten drei Planetarien in Europa, die diese beeindruckende Technik bieten können. Die Besucher erleben neuartige dreidimensionale Ansichten des Roten Planeten in Farbe.


„Jetzt werden die Weltraumreisen für unsere Besucher noch realitätsnäher“, freut sich Werner Kiesle, der Regisseur der neuen Laupheimer Planetariumsshow. Für ein 3D-Programm eignet sich unser Nachbarplanet Mars in erster Linie. Denn seit einigen Jahren gibt es eine Reihe von Weltraumrobotern, die beeindruckende Stereoansichten des Roten Planeten zur Erde schicken. Für Blicke aus der Umlaufbahn ist dafür in erster Linie die europäische Sonde Mars Express bekannt geworden. Die amerikanische NASA hat hingegen ihre automatischen Fahrzeuge für die Oberflächenerkundung mit Stereokameras ausgestattet. Auf diese Weise können die Planetariumsbesucher einerseits die einmaligen geologischen Strukturen des Mars dreidimensional im Überblick genießen, wie „Olympus Mons“, den größten Vulkan des gesamten Sonnensystems, oder riesige Schluchtensysteme, gegen die sich der Grand Canyon in Amerika wie eine Miniaturausgabe ausnimmt. Andererseits versetzen die Panoramaansichten der amerikanischen Erkundungsfahrzeuge die Betrachter direkt auf die Marsoberfläche, erlauben Blicke in Marskrater und auf Marshügel.
Stereobilder bieten einen verblüffenden Bildeindruck, der dem natürlichen räumlichen Sehen nahe kommt. Kein Wunder, dass sie die Menschen schon seit rund 150 Jahren faszinieren. Eigentlich wie gemacht für Planetarien, die mit den einzigartigen Möglichkeiten der 360-Grad Projektionskuppeln virtuelle Reisen ins All bieten können. Doch gerade die Kuppeln, auf welche die Besucher aus ganz verschiedenen Winkeln blicken, bereiten der herkömmlichen Stereoprojektion besondere Schwierigkeiten, die bislang den breiten Einzug dieser Technik in die Sternentheater verhindert haben. So blieb es dort bei vereinzelten Vortragsveranstaltungen, bei denen die 3D-Ansichten aus dem All mittels Rot-Grün-Brillen die Besucher zwar begeisterten, aber die Darstellungsmöglichkeiten eines Planetariums bei weitem nicht ausgenutzt wurden.
Was in Laupheim nun bundesweit erstmals die Integration farbgetreuer Stereoprojektion in eine vollwertige Planetariumsshow ermöglicht, verbirgt sich hinter dem Wortungetüm „Wellenlängenmultiplex-Technik“. Dabei wird den Betrachtern durch aufwändige Spezialbrillen ein rechts und links jeweils leicht versetztes Bild in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau präsentiert. Diese ausgeklügelte Technik, die in Ulm entwickelt wurde, findet gerade Eingang in die ersten Großplanetarien der europäischen Metropolen. In Deutschland hat hingegen Laupheim die Vorreiterrolle übernommen. Für Programmregisseur Werner Kiesle geht es dabei nicht um 3D-Effekte als Selbstzweck, sondern um die sinnvolle Integration der farbrealen Stereoprojektion in ein Planetariumsprogramm mit vielen weiteren Komponenten.

INFOBOX: STEREOPROJEKTION IM PLANETARIUM

Die Präsentation von Stereobildern beruht stets darauf, dem rechten und linken Auge gleichzeitig jeweils unterschiedliche Bilder zu bieten, um so einen räumlichen Seheindruck zu erzeugen. Die aus Großbildkinos bekannte Technik mit polarisiertem Licht ist für Planetarien ungeeignet, da sie eine Spezialleinwand voraussetzt und stark winkelabhängig ist. Relativ günstig umzusetzen ist die verbreitete Variante mit rot-grün oder rot-blau gefärbten Brillen, die in vielen Büchern zu finden ist. Allerdings bietet dieses Verfahren bei weitem nicht die Farbtreue und Brillanz, die die Besucher im Planetarium gewohnt sind.
Die Lösung für eine anspruchsvolle Stereoprojektion im Planetarium bietet die hochentwickelte „Wellenlängenmultiplex-Technik“der Ulmer Firma Infitec. Diese arbeitet mit schmalbandigen Interferenzfiltern, durch die den Augen zwei jeweils leicht versetzte Wellenlängen-Tripel in den Grundfarben Rot, Grün und Blau präsentiert werden (Bild 3). Die Besucher sehen - unabhängig vom Blickwinkel - ein farbreales 3D-Bild.


INFO:

Die Sternenshow „Mars in 3D“ ist vom 21. Januar bis 6. Juni zu sehen. Vorführungen sind mittwochs und freitags um 19 und 20.15 Uhr, samstags um 20.15 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen um 14.30 und 16 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung. Karten können unter der Nummer 07392/91059 telefonisch vorbestellt werden. Nähere Informationen und weitere Vorführtermine lassen sich im Internet unter „www.planetarium-laupheim.de“ abrufen.


Thomas Freidank (tf)



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Thomas Freidank
(Pressesprecher)

presse@planetarium- laupheim.de


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Ein neues Erlebnis im Planetarium: erstmals eine Reise zum Mars mittels farbgetreuer Stereoprojektion. Fotomontage: Planetarium Laupheim
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Ein neues Erlebnis im Planetarium: erstmals eine Reise zum Mars mittels farbgetreuer Stereoprojektion. Fotomontage: Planetarium Laupheim


Die europäischen und amerikanischen Raumsonden ermöglichen ein neues, dreidimensionales Bild unseren Nachparplaneten Mars. Foto: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)
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Die europäischen und amerikanischen Raumsonden ermöglichen ein neues, dreidimensionales Bild unseren Nachparplaneten Mars. Foto: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)


Die „Wellenlängen Multiplex Technik“ der Firma Infitec beruht auf zwei leicht versetzten Halbbildern in den drei Grundfarben. Grafik: Infitec
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Die „Wellenlängen Multiplex Technik“ der Firma Infitec beruht auf zwei leicht versetzten Halbbildern in den drei Grundfarben. Grafik: Infitec